Wolle färben: Rainfarn

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Das färben der Wolle mit organischem Material und Pflanzen. Rainfarn.

Die färbenden Inhaltsstoffe des Rainfarns sind Luteolin, Quercetin und Isorhamnetin. Sie sind zur Gelbfärbung von Naturfasern geeignet. Der Farbstoffgehalt liegt bei ca. 1,5 % i. d. TM (kalibriert gegen Rutin). Rainfarn wurde früher vor allem als Wurmmittel in der Volksmedizin eingesetzt, ist heute jedoch als Heilpflanze nicht mehr gebräuchlich.

Das Ausgangsmaterial für jede unserer Färbungen ist vorgebeizte Schafwolle in Naturton. Für die Färbung wählen wir eine weiche Bergschafwolle.


Der Rainfarn zählt zu den Kompasspflanzen, die ihre Blätter im vollen Sonnenlicht genau senkrecht nach Süden richten. Seine Hauptblütenzeit ist von Juli bis September und er findet sich an vielen schönen Orten wie Waldwege oder Feldwegen wieder.

Von dem Rainfarn sammeln wir für unsere Färbung von 100g Wolle die doppelte oder dreifache Menge an Blüten. Für diese Färbung habe ich 340g Rainfarn auf 100g Wolle und 3 Liter Wasser genutzt. Möglicherweise lässt sich die Intensität der Farbe dadurch steigern wenn wir die Menge der Blüten erhöhen.

Die gewünschte Menge an Rainfarn Blüten wird in ein grosses Topf hineingegeben und mit 3 Liter Wasser übergossen. Da das Wasser beim einkochen etwas verdampft geben wir dann noch ein halbes bis ganzes Glas voll Wasser hinzu. Das ganze wird dann aufgekocht und über Nacht im Topf stehen gelassen. Ein Tag später nehmen wir die Blüten heraus und Tun die vorgebeizte Wolle in den Topf mit dem Sud hinein. Das ganze wird jetzt nochmal kurz aufgekocht und nach dem aufkochen badet die Wolle in dem Sud einen weiteren Tag lang.

Danach wird die Wolle herausgenommen, sanft ausgedrückt und zum trocknen aufgehängt. Nach dem trocknen schaut die wie hier unten im Bild aus. Natürliche Färbung mit organischem Material: Rainfarn.