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Wolle natürlich färben: mit Krapp

Krapp ist neben Indigo einer der ältesten Pflanzenfarbstoffe. 

Schriftliche Aufzeichnungen über die Verwendung von Krapp finden sich bei den Griechen und den Römern. Plinius der Ältere, ein römischer Schriftsteller und Offizier, berichtet von einer Pflanze namens Rubia, die „zum Färben der Wolle und des Leders unentbehrlich“ sei und viel Gewinn bringe. 

Größte Berühmtheit erlangte ein Färbeverfahren der Türken: Durch einen komplizierten Färbevorgang erreichten sie ein feuriges Rot von außergewöhnlicher Farbechtheit, das sogenannte „Türkischrot“. Türkische Einwanderer lüfteten das Geheimnis des Verfahrens im 17. Jahrhundert in Frankreich und verhalfen dem elsässischen und provencialischen Krappanbau zu einer neuen Blüte.

Die Färberröte ist eine mehrjährige, 50 bis 80 Zentimeter hohe Staude aus der Familie der Rötegewächse. Sie ist eine Schlingpflanze und benötigt andere Pflanzen zum Halt. Ihr Farbstoff befindet sich bei den lebenden Pflanzen nicht in den kleinen, gelben, unscheinbaren Blüten, sondern im Zellsaft und in den Wurzeln. Diese sind 20-30cm lang und außen hellrot gefärbt. Sie werden ab dem dritten Jahr im Frühling und im Herbst gesammelt, getrocknet und schließlich geschnitzelt oder gemahlen. Die rote Farbe entwickelt sich erst durch das Trocknen der Wurzelstöcke.  

Krapp ist wie Blauholz und Reseda ein Beizenfarbstoff für Wolle, Baumwolle und Seide. Zum Färben weicht man die Wurzel einen Tag vorher im Wasser ein. Beim Färbevorgang kommt das Textilmaterial zusammen mit der Krappwurzel und dem Einweichwasser in das Färbebad. Das Bad wird etwa eine Stunde bei einer Temperatur von 70 bis 80°C konstant gehalten. Geht man mit der Temperatur darüber, wird die Farbe nicht rot, sondern etwas bräunlicher. Damit die Färbung gleichmäßig gelingt, sollte das Bad ständig umgerührt werden. Bei der Verwendung von Alaun beim Beizen entstehen rote Farbtöne auf der Stofffaser, Eisensalze führen zu bräunlichen Nuancen. ( Quelle: seilnacht.com)

Für unsere erste Färbung brauchen wir:

45g geschnittene Wurzel von Krapp , einen großen Färbetopf, 2,5 Liter Wasser und 100g vorgebeizte Wolle. Unsere Wolle haben wir zuvor in einem Beizbad aus Alaun für mehrere Tage beizen lassen. Die für die Färbung verwendete Natur Wolle (weiss) kommt vom Bergschaf.

Krappwurzel

Zuerst geben wir die geschnittene Krappwurzel und etwas Wasser in den Topf hinein und erhitzen das Färbegut. Manche Rezeptvorschläge geben an, dass man den Krapp zuvor eine Nacht einweichen tut. Für diese Färbung machen wir das nicht, da wir verschiedene Varianten der Färbung ausprobieren möchten.

Den Topf füllen wir mit Krapp und geben etwas Wasser hinzu. Das ganze wird auf einer Sparflamme (Stufe: 1,2) langsam erhitzt. Sich die Farbe etwas aufgelöst hat geben wir das weitere Wasser hinzu (insgesamt etwa 2,5 Liter) und das Färbegut (die gebeizte Wolle) hinein. Da die Wolle hohe Temperaturschwankungen nicht gut verträgt, achten wir beim einlegen der Wolle dadrauf, dass das Wasser in etwa die selbe Temperatur hat wie die Wolle Selbst. Das Färbegut köchelt in etwa 1 Stunde auf dieser kleinen Flamme. Wir rühren gelegentlich die Wolle und nehmen nach der abgelaufenen Zeit oder nach unserem Gefühl den Topf vom Ofen herunter. Das ganze ruht im Sud bis zum erkalten. Die Wolle wird dann vorsichtig herausgenommen und in ein kurzes Essigbad hineingelegt um die Farbe zu fixieren. Danach hängen wir die Wolle nur noch zum Trocknen aus und so schaut unsere erste Färbung mit der rein pflanzlichen Farbe, Krapp aus:

Mit Krappwurzel gefärbte Bergschafwolle im Kammzug.

Wolle natürlich färben: mit Cochenille

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Cochenille ist ein natürliches, rotes Farbstoff-Gemisch, das aus verschiedenen Schildlausarten gewonnen werden kann. Es enthält hauptsächlich Carminsäure und Kermessäure als färbende Bestandteile.

Ein aus Kermes-Läusen gewonnener Farbstoff war bereits bei den Ägyptern, Griechen und Römern unter dem Namen Scharlachrot zum Färben von Wolle, Leder und Seide bekannt. (hier kannst du dich mehr über die Geschichte, Gewinnung, Toxikologie und Porträts von Cochenille informieren: Cochenille.)


Für unsere Färbung brauchen wir:

15g Cochenille , einen großen Färbetopf, 1,5 Liter Wasser und 100g vorgebeizte Wolle. Unsere Wolle haben wir zuvor in einem Beizbad aus Alaun für mehrere Tage beizen lassen. Die für die Färbung verwendete Natur Wolle (weiss) kommt vom Bergschaf.

Zuerst geben wir Cochenille und etwas Wasser in den Topf hinein und erhitzen das Färbegut. Manche Rezeptvorschläge geben an, dass man das Färbegut in einem Färbesäckchen in das Wasser hineinlegt. Für diese Färbung machen wir das nicht. Der Topf wird auf einer Sparflamme (Stufe: 1,2) langsam erhitzt. Sich die Farbe etwas aufgelöst hat geben wir das Wasser hinzu (1,5 Liter) und das Färbegut (die gebeizte Wolle) hinein. Das Färbegut köchelt in etwa 1 Stunde auf dieser kleinen Flamme. Wir rühren gelegentlich die Wolle und nehmen nach der Zeit den Topf vom Ofen herunter. Das ganze ruht im Sud bis zum erkalten. Die Wolle wird dann vorsichtig herausgenommen und in ein kurzes Essigbad hineingelegt um die Farbe zu fixieren. Danach hängen wir die Wolle nur noch zum Trocknen aus und so schaut unsere Färbung mit der rein pflanzlichen Farbe, Cochenille aus:

Bei der zweiten Färbung gehen wir ähnlich wie bei der ersten Färbung vor. Dabei wird das Cochenille zum Pulver gemahlen und mit 6 Gramm Weinstein im Topf mit etwas Wasser erwärmt bis sich der Farbstoff etwas aufgelöst hat. Dazu geben wir 2 Liter Wasser und die zuvor vorgebeizte Wolle. Nach dem aufkochen blieb die Wolle einige Tage noch im Topf liegen und der Farbton ist ein intensiver , satter Karminrot geworden.

2te färbung mit cochenille