die heilsame wirkung des strickens, ein kurs in erinnern: gedächtnistraining durch stricken

Wenn du einen Pullover, Socken oder einen Schal strickst, trainierst du damit ganz nebenbei dein Gedächtnis. Denn regelmäßige Handarbeit kann nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen für Tiefenentspannung sorgen und gleichzeitig das Erinnerungsvermögen fördern.

Stricken stärkt das Selbstvertrauen und das Gefühl, dazuzugehören.

Stricken fördert das Konzentrationsvermögen.

Stricken baut Stress ab.

Stricken macht glücklich.

Stricken trainiert das Durchhaltevermögen.

Stricken fördert Kreativität und Individualität.

Stricken steigert die Gedächtnisleistung.

Stricken trainiert die Fingermuskulatur.

Stricken hilft bei Schlafproblemen.

Stricken ist Training für beide Gehirnhälften.

Gedächtnisverlust durch Stricken vorbeugen

„Für viele ist das Stricken eine Art Meditationshilfe“, erklärt Karl Strünkelnberg von der „Deutschen Gesellschaft für therapeutische Hypnose“ gegenüber der „Freien Presse“ (FP). Wer regelmäßig zu Stricknadeln greift, aktiviere die gleichen Hirnareale, die auch bei Yoga oder anderen Entspannungsübungen angesprochen werden. Auf Dauer senke dies den Blutdruck und reduziere das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Alter werden manche Menschen vergesslich, andere können sich auch mit 90 Jahren noch fast alles merken. Sind für diese Unterschiede allein die Gene verantwortlich? Nein, sagen Wissenschaftler. Auch die Art, wie wir unser Gehirn fordern, hat großen Einfluss auf die Gedächtnisleistung im Alter. Wer jeden Tag viele Stunden vor dem Fernseher sitzt, spornt sein Gedächtnis nicht gerade zum aktiven zuhören an. Im Gegensatz dazu helfen stimulierende Tätigkeiten wie Lesen, Spielen oder Handarbeiten dem Geist sich auf das zu freuen, was noch geschehen mag.

Stricken fürs Langzeitgedächtnis

Eine Studie der Universität Cardiff konnte laut „FP“ zeigen, dass Stricken zwar nicht das Einprägen neuer Vokabeln förderte, wohl aber deren Abruf aus dem Gedächtnis. So konnten sich Probanden während des Strickens an deutlich mehr Wörter erinnern als ohne die begleitende motorische Tätigkeit.

Die Vermutung der Wissenschaftler: Der Effekt ist sogar von Dauer. Wer beim Vokabelabfragen zu Hause nebenbei stricke, könne mehr Begriffe im Langzeitgedächtnis speichern und noch lange Zeit später wiedergeben.

Und wie kommt es dazu: Durch die rhythmischen, beidseitigen Handbewegungen werden die Gehirnhälften miteinander verbunden. Aus dieser Erkenntnis heraus setzen Ergotherapeuten Handarbeit schon lange als Behandlungsmethode ein. Es ist übrigens niemals zu spät, um noch mit dem Stricken oder anderen Beschäftigungen anzufangen. Denn der positive Effekt zeigt sich auch dann noch, wenn erst in hohem Alter mit dem Stricken begonnen wird.

Die heilsame und positive Wirkung des Strickens

Die verborgende Kraft der Handgelenke beeinflusst das Gehirn. Sie fördert zum einen das Wohlbefinden und zum anderen die Gesundheit. Beim Stricken erreicht der Geist seinen natürlichen Zustand. Man schaltet ab, vergisst den Stress und beugt Krankheiten vor. Kopf und Körper sind im Einklang miteinander.

In ihrem fast 200 seitigen Buch betont Betsan Corkhill die meditativen Aspekte des Strickens, »die vermutlich von dessen beidseitigen, rhythmischen und automatischen Bewegungen herrühren«. Die englische Schmerztherapeutin und Physiotherapeutin bringt ihre Patienten bereits seit einigen Jahren an die Nadel und berichtet von einem ganzen Bündel heilwirksamer Effekte. Wie etwa die Schmerzlinderung und ein Anheben des Selbstwertgefühls. Eine depressive Frau schrieb der Therapeutin »Stricken ist für mich ein sicherer Ort. Es hilft mir, gesund zu werden.«

Nebenwirkungen sind beim Stricken nicht zu befürchten, auch wenn einige passionierte Anwender sich scherzhaft als »stricksüchtig« bezeichnen. Problematisch ist jedoch, dass die Heileffekte praktisch an jedem Zweiten vorbeigehen, weil Stricken so gut wie nur von Frauen betrieben wird. Was nicht nur schade, sondern auch ein historisches Missverständnis ist. »Denn Stricken ist ursprünglich eine männliche Beschäftigung und wurde erst nach dem ersten Weltkrieg zur Frauensache«, erklärt Corkhill. Vermutlich wurde es dereinst von Fischern erfunden, um die Netze zu knüpfen.

Stricken baut Stress ab.
Dr. Herbert Benson von der Medical School in Harvard hat festgestellt, dass das Stricken beruhigt und Stress abbaut. Ähnlich wie beim Beten, bei Yoga oder beim Meditieren können die Gedanken beim Stricken abschweifen. Die Mischung aus rhythmischen Bewegungen, monotonen Abläufen und dem Klappern der Nadeln hat eine Wirkung, die mit der eines Mantras vergleichbar ist.

Stricken ist Training für beide Gehirnhälften.
Beim Stricken werden beide Hirnhälften in Anspruch genommen. So muss die eine Hirnhälfte die Bewegungen der Hände steuern und koordinieren. Gleichzeitig ist die andere Hirnhälfte in Sachen Konzentrationsfähigkeit, logisches Denkvermögen und Vorstellungskraft gefragt.

An der Universität Cardiff wurde eine Studie zum Thema Stricken und Gedächtnis durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass vorhandenes Wissen besser abgerufen werden kann, wenn gleichzeitig dabei gestrickt wird.

Stricken hilft bei Schlafproblemen.

Beim Stricken sinken der Blutdruck und der Puls. Zudem entspannt das Stricken und hilft dabei, den Stress und die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen. Beim Stricken kann man abschalten. Dies wiederum wirkt sich günstig aus, wenn man Probleme beim Ein- und Durchschlafen hat.

Stricken trainiert die Fingermuskulatur.

Das Zusammenspiel beider Hände und die Bewegungen der Finger sind ein gutes Training für die Hand- und Fingermuskulatur und damit auch für die Feinmotorik. Sogar bei entzündlichen Erkrankungen der Gelenke (wie etwa bei Rheuma) oder bei Nervenschädigungen kann das Stricken eine ideale Therapie sein.

Stricken fördert Kreativität und Individualität.

Beim Stricken werden individuelle Einzelstücke angefertigt und jedes Stück entsteht nur 1x. Gleichzeitig ermöglicht das Stricken eigenen Ideen umzusetzen.

Stricken trainiert das Durchhaltevermögen und fördert die Konzentration.

Es dauert immer seine Zeit, bis eine Strickarbeit fertig gestellt ist. Manchmal sind es zwar nur ein paar Stunden, manchmal werkelt man aber wochenlang an einer Strickarbeit. Allerdings sind gerade größere und aufwändigere Strickstücke ein ideales Training für das Durchhaltevermögen und steigert die Geduldsleistung.

Obwohl das Stricken selbst aus recht monotone Bewegungen besteht muss man sichbbesonders bei aufwendigen Mustern stets konzentrieren. Auch Zu- und Abnahmen, das Aufnehmen und Abketten der Maschen oder das Zusammennähen von Strickstücken erfordert Aufmerksamkeit. Deshalb ist das Stricken eine sehr gute Übung für die Konzentrationsfähigkeit.

Stricken stärkt das Selbstvertrauen und macht glücklich.
Eine grandiose Sache beim Stricken ist das visuelle Feedback. Jede Masche ist ein Schritt zur Fertigstellung einer Reihe und damit des gesamten Projekts.

Ein gelungenes selbst hergestelltes Teil macht zu Recht glücklich und stolz. Gleichzeitig wächst auch das Selbstvertrauen, wenn ein Ziel erreicht und eine Aufgabe erfolgreich gemeistert wurde.

In den USA raten Ärzte schwerkranken Patienten immer wieder dazu, zu Wolle und Stricknadeln zu greifen. Das Stricken lenkt ab, beschäftigt und hilft so dabei, die schwere Zeit zu überstehen. Ist eine Strickarbeit fertig gestellt, schüttet das Gehirn als Belohnung außerdem jede Menge Glückshormone aus. In psychologischen Studien wurde aber nicht nur festgestellt, dass Menschen, die sich Handarbeiten widmen, glücklicher sind. Stattdessen hilft das Stricken auch dabei, sich Aufgaben zu stellen, sich klare Ziele zu setzen und diese Ziele konsequent zu verfolgen.